Mit dem Neubau zweier Herzkatheterlabore hat das Klinikum Aschaffenburg-Alzenau seine hochspezialisierte medizinische Infrastruktur erweitert und zusätzliche Kapazitäten für moderne kardiologische Eingriffe geschaffen. Der Erweiterungsbau wurde von KLEUSBERG in Stahlmodulbauweise realisiert und im Innenhof eines bestehenden Klinikgebäudes umgesetzt – bei laufendem Klinikbetrieb und unter anspruchsvollen logistischen Rahmenbedingungen.
Der Modulbau entstand als präzise vorgefertigte Stahlkonstruktion mit Leichtbauwänden. Bereits im Werk wurden wesentliche technische Anforderungen integriert, darunter Vorkehrungen für Schwerlastdecken, Strahlenschutz sowie die Aufnahme medizinischer Großgeräte. Durch den hohen Vorfertigungsgrad konnte die Bauzeit auf dem Klinikgelände erheblich reduziert werden. Lärm- und Staubemissionen blieben dadurch auf ein Minimum beschränkt und der Klinikbetrieb konnte während der gesamten Bauphase nahezu uneingeschränkt fortgeführt werden.
Besondere Herausforderungen ergaben sich aus der Lage des Baufeldes im Innenhof des Klinikums. Der Zugang erfolgte ausschließlich über eine schmale Durchfahrt von etwa 2,90 x 2,50 Metern. Sämtliche Module sowie technische Anlagen wurden daher mittels Kran über das bis zu fünfgeschossige Bestandsgebäude gehoben. Der rund 700 m² große Neubau umfasst neben den beiden Herzkatheterlaboren auch umfangreiche Neben- und Technikflächen. Rund 250 m² entfallen auf ein Staffelgeschoss für die Haustechnik, in dem unter anderem drei Lüftungsanlagen untergebracht sind. Die Labore wurden gemäß Raumluftklasse 1b nach DIN 1946-4 ausgeführt.
Die technische Ausstattung der Herzkatheterlabore erfolgte durch Siemens Healthineers AG. Eines der Labore wurde mit einer biplanen Angiographie-Anlage ausgestattet und als Hybrid-OP konzipiert, während das zweite Labor ein deckenhängendes Angiographiesystem erhielt. Ergänzend kamen Edelstahl-OP-Vorwände mit integriertem Strahlenschutz von HT Group zum Einsatz. Die medizinischen Versorgungseinheiten wurden durch Dräger realisiert. Die dafür notwendigen Unterkonstruktionen waren bereits werkseitig in die Stahlmodule integriert, um einen kraftschlüssigen Anschluss und einen effizienten Bauablauf sicherzustellen.
Auch statisch stellte das Projekt hohe Anforderungen: Für die Aufnahme der tonnenschweren medizinischen Geräte wurde eine komplexe Tragwerksplanung mit entsprechend dimensionierten Stahlprofilen umgesetzt. Durch die direkte Anbindung an den Bestand konnten die neuen Räumlichkeiten optimal in die Abläufe des Klinikums integriert werden. Das Projekt zeigt, wie sich hochkomplexe Gesundheitsbauten mithilfe modularer Bauweise präzise, effizient und mit minimalen Auswirkungen auf den laufenden Betrieb realisieren lassen.
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